Ilse Bing (1899-1998): Fotografien

13. April - 3. August 2019
Eröffnung: Fr, 26. April 2019, 12-21 Uhr

Die Galerie Berinson präsentiert eine große Ausstellung mit Werken der bedeutenden aber etwas in Vergessenheit geratenen Fotografin Ilse Bing und zeigt mehr als 30 Vintage-Abzüge aus den 1930er- bis 50er-Jahren, ihrer Zeit in Paris und New York. 

Ilse Bing war eine bedeutende Fotojournalistin und Werbefotografin ihrer Zeit. Sie ist für ihre wegweisenden fotografischen Techniken bekannt – gehörte zu den ersten, die mit elektronischem Blitzlicht arbeiteten und mit der Technik der Solarisation experimentierten. Sie fokussierte sich auf Details und ungewöhnliche Perspektiven.

Als Tochter einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie studierte sie erst Mathematik und Physik in Frankfurt, später Kunstgeschichte am Kunsthistorischen Institut in Wien. Während ihrer Dissertation kaufte sich Bing zu Dokumentationszwecken ihre erste Leica Kamera und entdeckte ihre Leidenschaft für die Fotografie. 1929 brach sie das Studium ab und war fortan als Fotografin tätig – im Selbststudium bringt sie sich das Fotografieren bei. Mit der Leica, dieser damals neuen, handlichen und relativ kleinen Kamera, fand Bing zu ihrer charakteristischen Mischung aus abstraktem Formbewusstsein und Schnappschuss.

Obwohl sie Autodidaktin war, erhielt sie bald erste Aufträge für Reportagen, z.B. von der Wochenzeitung Das Illustrierte Blatt über die Herstellung von Apfelwein oder Fahrradrennen.

Ab 1930 lebte und arbeitete Bing in Paris, wo ihre Werke neben Zeitgenossen wie André Kértesz, Brassaï und Man Ray ausgestellt wurden. Weitere Veröffentlichungen in deutschen, französischen und später auch amerikanischen Publikationen wie Vogue und Harper’s Bazaar förderten Bings Anerkennung als professionelle und künstlerische Fotografin. 1932 stellte die Galerie Julien Levy Bings Arbeiten aus neben modernen europäischen Fotografen wie Moholy-Nagy, Tabard oder Henri, wodurch sie endgültig international als Fotografin bekannt wurde.

1936 reiste sie auf Einladung der Galerie June Rhodes nach New York City und war sofort von der Stadt fasziniert. Zahlreiche ihrer bekanntesten Fotos entstanden während dieses Aufenthalts. 

1941 emigrierte Bing mit ihrem Mann, dem Pianisten Konrad Wolff, in die USA. Ihre fotografische Tätigkeit ließ mit der Zeit nach und nach 1959 widmete sie sich nur noch der Poesie und Zeichnung. 

Ilse Bing starb im Alter von 98 Jahren in New York.