László Péri (1899-1967): Skulpturen und Reliefs

10. Januar - 6. April 2019
Eröffnung: Sa, 12. Januar 2019, 18-21 Uhr

Die Galerie Berinson zeigt Skulpturen und Reliefs des ungarisch-britischen Künstlers und Bildhauers László Péri, entstanden zwischen den Jahren 1933-1950 in England. Die Werke stammen direkt aus dem Nachlass des Künstlers. 

Péri wurde 1899 als Ladislas Weisz in Budapest geboren und studierte nach einer Maurerlehre ab 1918 Bildhauerei in Budapest an den Werkstätten für proletarische bildende Kunst, wo er Kontakt hatte mit Lajos Kassák und anderen Aktivisten. 1919 verließ er Ungarn und siedelte nach kurzen Aufenthalten in Wien und Paris 1920 nach Berlin um. Dort lebte er bis 1933, beschäftigte sich mit konstruktivistischer Kunst und schuf erste abstrakte geometrische Reliefs. In den späten 1920er Jahren entstanden erste figurative Zementskulpturen. 

Im Berlin der frühen 1920er Jahre gehörte Péri zu den führenden Vertretern des Internationalen Konstruktivismus in Berlin. Zwischen 1922 und 1924 stellte Herwarth Walden Péris Skulpturen in seiner Berliner Galerie Der Sturm aus neben Werken von László Moholy-Nagy. Péris Arbeiten wurden zwischen 1921 und 1927 auch in der gleichnamigen Zeitschrift besprochen. 1923 zeigte er eine große dreiteilige Wandkomposition auf der Großen Berliner Kunstausstellung neben Beiträgen von El Lissitzky und van Doesburg. Im selben Jahr schloss Péri sich der KPD an. 1924 nahm er an der Ersten Deutschen Kunstausstellung in Moskau teil, für die er eine Lenin-Hommage im konstruktivistischen Design entwarf. Von 1924 und 1928 arbeitete er für das Berliner Stadtbauamt. Ab 1928 gab er die konstruktivistischen Arbeiten auf und wandte sich gegenständlichen Figuren zu. Im selben Jahr unterzeichnete Péri das Manifest der Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands, die eine Wiederbelebung der Idee der „proletarischen Kultur“ forderten. Auch war er Mitglied bei Die Abstrakten und Rote Gruppe.

1933 emigrierte Péri mit seiner Frau Mary Macnaghten nach England, wo er 1939 eingebürgert wurde sich seitdem „Peter Peri“ nannte. Die meisten seiner Werke blieben in Berlin und wurden zerstört. In England war Péri Mitbegründer der Vereinigung Artists for Revolutionary Proletarian Art  und hatte Kontakt mit John Heartfield. 1939 erhielt er die britische Staatsbürgerschaft und wurde Mitglied der British Communist Party. Péri war Mitbegründer der Artists International Association.

Péri widmete sich in seinen Skulpturen und Reliefs ab 1933 dem Lebens der Menschen in London, seine Gruppen stellen Alltagsszenen des Arbeiterlebens dar. Er drückt sich im neuen Material Beton aus, der neben künstlerischen Aspekten auch günstig und leicht erhältlich war.

Nach 1945 erhielt Péri viele Aufträge für die Ausgestaltung öffentlicher Räume. Seine dekorative Kunst schuf er überwiegend für Gemeinschaftsplätze: Schulen, Krankenhäuser, Wohnsiedlungen.

Péri erschloss als Wegbereiter den Werkstoff Beton für die bildnerische Kunst und spezialisierte sich auf architektonische Reliefs in farbigem Beton. Er entwickelte ein eigenes Rezept für das verwendete Material „Péricrete“, einer Mischung aus Beton mit Polyesterharz und Metallpulver.

1967 starb Péri in London.